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Zehn Dinge, die über die Weihnachtsbratwurst gesagt werden, und was davon stimmt

Jede Familie hat jemanden, der weiß, wie man die Wurst macht. Meistens weiß er es halb. Hier sind zehn Sätze, die wir jedes Jahr hören, und was davon stimmt.

Weihnachtsbratwurst mit Specksauerkraut in der Pfanne

1. „Man muss sie anstechen, sonst platzt sie.“

Falsch. Anstechen verhindert das Platzen nicht, es öffnet nur ein Loch, aus dem der Saft läuft. Eine Wurst platzt, wenn das Wasser kocht oder die Pfanne zu heiß ist. Beides lässt sich vermeiden, ohne Gabel.

2. „Das ist doch wie Münchner Weißwurst.“

Falsch. Kalb gegen Schwein, Petersilie gegen Zitrone, Zuzeln gegen Braten. Gemeinsam haben sie die Farbe. Die Tabelle dazu: Schlesische Weißwurst.

3. „Die muss man kochen, die ist roh.“

Falsch. Sie ist gebrüht, also gegart. Ziehen lassen bei 80 Grad, dann braten. Kochen macht sie kaputt.

4. „Früher war mehr Zitrone drin.“

Vielleicht in eurer Familie. Die Menge steht im Rezept, und die bleibt bei uns. Es ist die Görlitzer Menge, nicht mehr und nicht weniger. Wer mehr will, träufelt am Tisch nach.

5. „Weißwurst ist glutenfrei.“

Halb richtig. In der Wurst ist kein Getreide. Aber das Mehl beim Wälzen ist Weizen. Wer glutenfrei isst, nimmt Reismehl oder lässt es weg. Mehr auf der Seite Gluten und Laktose.

6. „Die ist bestimmt voller Chemie.“

Kommt darauf an, was man Chemie nennt. Vitamin C, Citronensäure und Essigsalz stehen in der Liste, dazu Glutamat, das wir selbst gern loswürden. Kein Nitrit, kein Phosphat, keine Farbstoffe. Jede Zutat einzeln: Zutaten erklärt.

7. „In Görlitz macht man die mit Sauerkraut, nicht mit Kartoffelsalat.“

Beides stimmt. Sauerkraut mit Stampfkartoffeln ist die Görlitzer Art. Kartoffelsalat gab es in vielen Familien daneben oder stattdessen. Wer am Tisch darüber streitet, hat beide Beilagen verdient.

8. „Die gibt es nur bei uns in der Lausitz.“

Falsch, seit 1945. Mit den Vertriebenen kam die Wurst in alle Teile Deutschlands. Heute bestellen Leute aus Hamburg, Köln und Freiburg, weil die Oma aus Görlitz war. Deshalb verschicken wir gekühlt in die ganze Republik.

9. „Man kann sie auch im Sommer essen.“

Kann man. Aber dann ist sie eine Bratwurst wie jede andere. Es gibt sie bei uns nur zur Weihnachtszeit, und das ist kein Zufall: Warum wir nur eine Wurst verkaufen.

10. „Die hält ewig, die ist ja vakuumverpackt.“

Falsch. Vakuum schützt vor Luft, nicht vor Wärme. Gekühlt bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum, in der Regel 21 Tage ab Herstellung. Eingefroren zwei bis drei Monate. Auf der Fensterbank: gar nicht. Haltbarkeit.

Weihnachtsbratwurst auf dem Grill

Bonus: „Onkel Rainer isst vier.“

Stimmt wahrscheinlich. Rechne mit drei pro Person, wenn die Leute die Wurst kennen, und bestell eine Packung mehr. Zu viel gab es noch nie.

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