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Naturdarm oder Kunstdarm: warum die Weihnachtsbratwurst im Saitling steckt

Die Hülle entscheidet mit, wie eine Bratwurst schmeckt. Die Weihnachtsbratwurst steckt im Naturdarm vom Schwein, im Saitling. Hier steht, was das heißt und warum wir es so lassen.

Weihnachtsbratwurst im Naturdarm auf dem Grill, die Haut bräunt und knackt

Was ein Saitling ist

Saitling ist der Dünndarm des Schweins, gereinigt, entschleimt, gesalzen und nach Durchmesser sortiert. Das Kaliber gibt den Durchmesser im gefüllten Zustand an. Die Weihnachtsbratwurst hat das klassische Maß für eine Bratwurst, die in die Hand passt und in der Pfanne nicht zum Würstchen schrumpft. Der Name kommt von der Saite: Aus demselben Darm wurden früher Saiten für Instrumente gemacht.

Wie er gereinigt wird

Direkt nach der Schlachtung wird der Darm entleert, gewendet, von der Schleimhaut befreit und in Salz eingelegt. Das Salz konserviert ihn über Monate. Vor dem Füllen wird er gewässert, damit er wieder weich und dehnbar wird. Was dann in die Wurst kommt, ist eine dünne, feste Haut aus Bindegewebe, geruchlos und essbar. Dass Naturdarm „unappetitlich“ sei, ist ein Gedanke, den niemand mehr hat, der die Wurst in der Pfanne gesehen hat.

Naturdarm gegen Kunstdarm

Naturdarm (Saitling) Kunstdarm (Kollagen, Cellulose, Kunststoff)
Biss knackt beim Reinbeißen weich bis gummiartig, je nach Sorte
Bräunung bräunt gleichmäßig, nimmt Mehl und Butter an bräunt schlechter, Cellulose gar nicht
Essbar ja Kollagen ja, Cellulose und Kunststoff nein
Form leicht gebogen, jede Wurst anders gerade, alle gleich
Kosten höher, Handarbeit beim Füllen günstig, maschinell
Empfindlichkeit platzt bei zu großer Hitze oder beim Anstechen robuster

Kurz: Kunstdarm ist für die Produktion bequemer, Naturdarm ist für den Teller besser. Bei einer Wurst, die es nur zu Weihnachten gibt, ist die Entscheidung einfach.

Warum die Wurst im Naturdarm platzen kann

Der Saitling ist ein Naturprodukt und hält nicht unbegrenzt Druck aus. Beim Erhitzen dehnt sich das Brät aus; in kochendem Wasser oder bei zu großer Hitze in der Pfanne reißt die Haut. Deshalb die Regel: ziehen lassen bei 80 Grad, mittlere Hitze in der Pfanne, nicht anstechen. Anstechen hilft übrigens nicht gegen das Platzen, es öffnet nur ein Loch, aus dem der Saft läuft. Wer die drei Regeln einhält, hat eine Wurst, die knackt und nicht reißt. Alle Regeln auf der Seite Weihnachtsbratwurst zubereiten.

Goldbraune Kruste auf dem Naturdarm nach dem Braten in Butter

Warum die Würste krumm sind

Weil der Darm krumm ist. Ein Dünndarm hat Biegungen, und beim Füllen bleibt davon etwas übrig. Zwei Würste aus derselben Charge sehen deshalb nie gleich aus. Wer acht identische, kerzengerade Würste in der Packung findet, hält Kunstdarm in der Hand.

Für wen Naturdarm vom Schwein eine Frage ist

Die Wurst ist Schwein, innen wie außen. Sie ist nicht halal, nicht koscher, nicht vegetarisch. Das steht so in der Spezifikation, und wir schreiben es hier, damit niemand überrascht ist.

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