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Ist Wurst gut oder schlecht? Eine ehrliche Antwort von Leuten, die Wurst verkaufen

Wir verkaufen Wurst. Das macht uns zu den falschen Leuten für eine neutrale Antwort, und zu den richtigen für eine ehrliche. Also: Ist Wurst gut oder schlecht? Beides, je nachdem, worüber man redet. Hier ist das, was man wissen sollte, in der Reihenfolge, in der es uns selbst beschäftigt.

Weihnachtsbratwurst mit Sauerkraut auf dem Teller

1. Die Einstufung der Weltgesundheitsorganisation

2015 hat die Krebsforschungsagentur der WHO verarbeitetes Fleisch als „krebserregend für den Menschen“ eingestuft, in dieselbe Gruppe wie Tabak und Asbest. Das klingt dramatisch und wird oft falsch verstanden. Die Gruppe sagt, wie sicher der Zusammenhang ist, nicht wie groß das Risiko. Die Zahl dahinter: 50 Gramm verarbeitetes Fleisch täglich, jeden Tag, über Jahre, erhöhen das Risiko für Darmkrebs um etwa 18 Prozent, bezogen auf ein Grundrisiko von rund 5 bis 6 Prozent im Leben. Das ist real, und es ist ein Argument gegen die tägliche Wurstsemmel. Es ist kein Argument gegen zwei Würste an Heiligabend.

2. Was genau das Problem ist

Drei Dinge werden diskutiert: Nitrit und die daraus entstehenden Nitrosamine, der hohe Salzgehalt, und das Häm-Eisen aus rotem Fleisch in großen Mengen. Unsere Wurst hat kein Nitrit, siehe Salz in der Wurst, vergleichsweise wenig Salz, und sie wird einmal im Jahr gegessen. Das Häm-Eisen ist drin, weil Schweinefleisch drin ist. Dafür können wir nichts, und wir wollen es auch nicht ändern.

3. Salz, Fett, Kalorien

Ja, eine Wurst ist salzig und fett. 1,2 Gramm Salz und 21 Gramm Fett auf 100 Gramm. Die Zahlen und ihre Einordnung stehen auf der Seite Kalorien und Nährwerte. Kurzfassung: ein Festessen, kein Alltagsessen, und das ist in Ordnung, solange man es so behandelt.

4. Zusatzstoffe

Elf Zutaten mit E-Nummern-Charakter stehen in unserer Liste, von Vitamin C bis Glutamat. Jede ist zugelassen, jede hat einen Zweck, und bei einer davon, dem Glutamat, sagen wir offen, dass wir sie gern loswerden würden. Was jede tut, steht auf der Seite Zutaten erklärt. Was wir nicht tun: so tun, als wäre eine Wurst mit E-Nummern ein Naturprodukt. Sie ist ein Handwerksprodukt, und Handwerk arbeitet mit Hilfsstoffen, seit es Salz gibt.

Weißwurst mit Specksauerkraut in der Pfanne

5. Das Tier

Die schwierigste Frage, und die, bei der wir am wenigsten zu bieten haben. Das Fleisch kommt laut Spezifikation aus der EU. Wir wissen derzeit nicht, aus welcher Haltungsform, und wir schreiben deshalb nichts von „artgerecht“ oder „regional“, weil wir es nicht belegen können. Wer mit dem Produzenten für die kommende Saison spricht, spricht auch darüber, und was dabei herauskommt, steht dann hier. Bis dahin gilt: Wer kein Schwein essen will, sollte diese Wurst nicht kaufen. Das ist eine saubere Entscheidung, und wir respektieren sie.

6. Was an Wurst gut ist

Wurst war nie ein Gesundheitsprodukt. Sie war eine Antwort auf die Frage, wie man ein ganzes Tier verwertet, ohne etwas wegzuwerfen, und wie man Fleisch über den Winter bringt. Darin steckt mehr Respekt vor dem Tier als in einem Filet, das den Rest wegwirft. Eine Brühwurst wie unsere nutzt Teilstücke, die sonst kaum jemand will, und macht daraus etwas Gutes.

Und dann ist da der andere Grund, der in keiner Studie steht: Eine Familie, die seit drei Generationen an Heiligabend Weißwurst mit Sauerkraut isst, isst nicht nur Wurst. Sie isst ein Ritual. Das macht die Wurst nicht gesünder. Es macht sie wichtiger.

7. Unser Fazit

  • Täglich Wurst: schlecht, da sind sich alle Studien einig.
  • Zweimal im Jahr eine gute Wurst, ohne Nitrit, mit wenig Salz, bewusst gegessen: kein Problem, das wir erkennen können.
  • Eine Wurst, bei der der Hersteller sagt, was drin ist und was er nicht weiß: besser als eine, bei der er es verschweigt.

Wer das anders sieht, darf uns schreiben. Wir antworten, auch wenn es unbequem wird: shop@weihnachtsbratwurst.com.

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