Görlitzer Weihnachtsbratwurst
Görlitz ist die östlichste Stadt Deutschlands, und die Weihnachtsbratwurst ist ihr Beitrag zum Heiligen Abend. Eine helle Bratwurst mit Zitrone, gebrüht im Naturdarm, in Butter gebraten, mit Sauerkraut serviert. Diese Seite erklärt, woher sie kommt, warum sie niederschlesisch heißt und was von den alten Rezepten geblieben ist.

Görlitz, die Neiße und zwei Hälften
Görlitz liegt an der Lausitzer Neiße. Bis 1945 war der Fluss ein Fluss mitten in der Stadt, seitdem ist er die Grenze: Westlich Görlitz, östlich Zgorzelec in Polen. Die Altstadt mit ihren Renaissance- und Barockhäusern blieb fast unzerstört, weshalb heute Filmteams kommen, die ein altes Europa brauchen. Die Küche blieb auch: deftig, schlesisch, mit Sauerkraut, Kartoffeln, Mohn, Backobst und Wurst.
Warum niederschlesisch, wenn Görlitz in der Oberlausitz liegt?
Görlitz war Jahrhunderte lang eine Stadt der Oberlausitz. 1815, nach dem Wiener Kongress, kam der östliche Teil der Oberlausitz zu Preußen und wurde in die Provinz Schlesien eingegliedert, später Provinz Niederschlesien. Görlitz wurde eine schlesische Stadt, mit allem, was dazugehörte: Verwaltung, Eisenbahn nach Breslau, schlesische Rezepte in den Fleischereien. Deshalb heißt die Wurst bis heute Niederschlesische Weihnachtsbratwurst. Seit 1945 gehört Görlitz wieder zu Sachsen, die Wurst hat den Namen behalten.
Fleischerhandwerk in Görlitz in den 1930er Jahren
Eine Stadt mit damals rund 90.000 Einwohnern hatte Dutzende Fleischereien, jede mit eigenem Rezeptbuch. Die Rezepte wurden nicht veröffentlicht, sie wurden aufgeschrieben, mit Mengen auf das Gramm, und vom Meister an den Gesellen weitergegeben. Im Advent kam in vielen Betrieben die Weihnachtsbratwurst dran: hell, mit Zitrone, nur für ein paar Wochen. Wer sie wollte, stellte sich an.
Unser Rezept stammt aus genau dieser Zeit, von einem Görlitzer Fleischermeister: Fleischteile, Gewürze, Zitrone, Temperaturen, alles auf das Gramm genau notiert. Wir haben nichts daran geändert, und wir veröffentlichen es nicht. Die Geschichte, wie es zu uns kam, steht auf der Seite Unsere Geschichte.

Heiligabend in Görlitz
Der Ablauf war in vielen Familien derselbe: tagsüber wenig essen, nachmittags Kirche oder Spaziergang, dann Bescherung, dann die Weißwurst. Sauerkraut mit Speck, Stampfkartoffeln, Senf, dazu Bier für die Großen. Am ersten Feiertag kam das Schlesische Himmelreich, am zweiten die Reste. Die Mohnklöße standen die ganze Zeit kalt in der Speisekammer, und jeder nahm sich im Vorbeigehen. Was zu einem schlesischen Weihnachtsessen gehört, steht auf der Seite Schlesisches Weihnachtsessen.
Von Görlitz in die ganze Republik
Nach 1945 verließen viele Schlesier ihre Heimat, und viele Görlitzer gingen in den folgenden Jahrzehnten in den Westen. Die Wurst nahmen sie im Kopf mit. Heute bestellen Familien aus Hamburg, dem Ruhrgebiet und Baden ihre Weihnachtsbratwurst, weil die Oma sie so gemacht hat. Das ist der Grund, warum wir gekühlt in ganz Deutschland verschicken und nicht nur in der Oberlausitz verkaufen.
Was die Görlitzer Weihnachtsbratwurst von anderen Bratwürsten unterscheidet
- Von der Thüringer: Die Thüringer ist roh, grob, mit Majoran und Kümmel, und wird auf dem Rost gebraten. Die Görlitzer ist gebrüht, fein, mit Zitrone, und kommt in Butter.
- Von der Nürnberger: Die Nürnberger ist klein, roh, mit Majoran. Die Görlitzer wiegt 100 Gramm und schmeckt nach Zitrone.
- Von der Münchner Weißwurst: Kalb gegen Schwein, Petersilie gegen Zitrone, Zuzeln gegen Braten. Ausführlich auf der Seite Schlesische Weißwurst.
Heute
Wir lassen die Görlitzer Weihnachtsbratwurst nach dem alten Rezept in kleinen Mengen herstellen, nur in der Weihnachtszeit, und verschicken sie gekühlt. Wie das läuft, steht auf der Seite Weihnachtsbratwurst kaufen.
Die Weihnachtsbratwurst, 8 × 100 g
Nach altem Görlitzer Rezept, gebrüht im Naturdarm, mit Zitrone. Gekühlt geliefert, nur zur Weihnachtszeit, nur in Deutschland.
€18,99€23,74 / kg · inkl. MwSt.
Zur WeihnachtsbratwurstLesen, bevor du kaufst.

Schlesische Weißwurst
Was sie ist, was sie nicht ist, und der Unterschied zur Münchner.
Lesen
Zubereitung
Ziehen, wälzen, braten. Und die Fehler, die alle machen.
Lesen
Schlesisches Weihnachtsessen
Weißwurst, Sauerkraut, Himmelreich, Mohnklöße. Ein Plan für drei Tage.
Lesen
Haltbarkeit
Kühlschrank, Gefrierfach, Kühlkette, Mitnehmen zur Oma.
Lesen
Bratwurst mit Zitrone
Warum Zitrone, und was sie mit den Gewürzen macht.
Lesen
Görlitzer Weihnachtsbratwurst
Görlitz, Niederschlesien und ein Rezept aus den 1930er Jahren.
LesenEhrlich bis ins Detail.

Zutaten erklärt
Jede Zutat, was sie tut, und wo wir selbst Fragen haben.
Lesen
Salz in der Wurst
Pökelsalz, Nitrit und warum die Weißwurst weiß ist.
Lesen
Naturdarm
Saitling, Knack. Und warum die Würste krumm sind.
Lesen
Gluten und Laktose
Was als Zutat drin ist, was Spuren bedeuten.
Lesen
Kalorien und Nährwerte
241 kcal, ehrlich gerechnet, mit Vergleich.
Lesen
Brühwurst, Rohwurst, Kochwurst
Die drei Wurstarten, einfach erklärt.
Lesen
Ist Wurst gut oder schlecht?
Eine ehrliche Antwort von Leuten, die Wurst verkaufen.
Lesen
Warum nur eine Wurst
Ein Produkt, ein paar Wochen im Jahr. Mit Absicht.
Lesen
Glossar
49 Begriffe von Brät bis Zuzeln.
LesenFür den Küchentisch.

Für Anfänger
Der erste Heiligabend, an dem du kochst. Mit Zeitplan und Sätzen für den Tisch.
Lesen
Zehn Behauptungen
Anstechen? Kochen? Glutenfrei? Was am Tisch gesagt wird, geprüft.
Lesen
Verschenken
Ein Stück Görlitz im Paket, direkt an die Beschenkten.
Lesen
Was trinkt man dazu?
Bier, Wein, alkoholfrei. Und was auf keinen Fall.
Lesen
Weihnachtsbratwurst kaufen
Was im Paket ist, was es kostet, woran du eine echte erkennst.
Lesen